Gibbon Conservation Alliance

Gibbon-Bedrohung

Viele Gibbonarten sind heute extrem bedroht. Gibbons beinhalten die am stärksten bedrohten Menschenaffen, ja sogar die am stärksten bedrohten Affenarten überhaupt. Die wichtigsten Gründe dafür sind Lebensraumverlust und -verschlechterung, Wilderei und illegaler Handel. Der tropische Regenwald ist für Gibbons lebensnotwendig; verschwindet er, verschwinden auch die Gibbons. In China zum Beispiel haben die Gibbons bereits 99% ihres Lebensraumes verloren. Sie werden aber auch grausam gejagt, um einerseits den Speiseplan der Bevölkerung zu erweitern und andererseits Teile der abgeschlachteten Tiere zu Naturheilmitteln zu verarbeiten. Auch der illegale Handel mit lebenden Gibbons blüht in ganz Südostasien. Junge Gibbons sind begehrte Haustiere. Um an ein Jungtier zu gelangen, muss normalerweise seine Mutter aus den Baumwipfeln heruntergeschossen werden, was auch das Jungtier häufig nicht überlebt.

Es existieren zwar einige Schutzgebiete für Gibbons, häufig werden sie aber schlecht gemanagt, und die geltenden Schutzbestimmungen werden oft nur ungenügend durchgesetzt. Die Armut der ländlichen Bevölkerung und die fehlende Aufklärung sind weitere Gründe, warum es schlecht um den Gibbon-Schutz steht. Aber nicht nur lokal, sondern auch international ist über die Bedrohung der Gibbons nicht viel bekannt. Dabei sind ihre Bestände alarmierend tief (siehe unten) und die seltenste Affenart überhaupt ist ein Gibbon; vom Hainan-Schopfgibbon leben weniger als 30 Tiere!

Die Gibbon Conservation Alliance setzt sich deshalb für die Bekanntmachung, die Erforschung und den Schutz von Gibbons ein. Möchten Sie selber auch etwas für die Gibbons tun? Dann unterstützen Sie unsere Arbeit indem Sie spenden oder Mitglied werden!

Geschätzte Bestände der Gibbons

Art

Geschätzte
Population

Hainan-Schopfgibbon Nomascus hainanus

25

Cao-Vit-Schopfgibbon Nomascus nasutus

100

Schwarzer Schopfgibbon Nomascus concolor

1'300-2'000

Silbergibbon Hylobates moloch

4'000-4'500

Kloss-Gibbon Hylobates klossii

20'000-25'000

Kappengibbon Hylobates pileatus

>47'000

Westlicher Hulock Hoolock hoolock

80'000-110'000

Östlicher Hulock Hoolock leuconedys

300'000-370'000

Grauer Borneo-Gibbon
Hylobates abbotti

unbekannt

Schwarzhandgibbon Hylobates agilis

unbekannt

Weissbartgibbon Hylobates albibarbis

unbekannt

Dunkler Borneo-Gibbon
Hylobates funereus

unbekannt

Weisshandgibbon Hylobates lar

unbekannt

Müllers Borneo-Gibbon Hylobates muelleri

unbekannt

Nördlicher Gelbwangen-Schopfgibbon Hylobates annamensis

unbekannt

Südlicher Gelbwangen-Schopfgibbon Nomascus gabriellae

unbekannt

Nördlicher Weisswangen-Schopfgibbon
Nomascus leucogenys

unbekannt

Südlicher Weisswangen-Schopfgibbon Nomascus siki

unbekannt

Siamang Symphalangus syndactylus

unbekannt

Beispiele besonders bedrohter Arten

Hainan-Schopfgibbon (Nomascus hainanus)

Der Hainan-Schopfgibbon kommt nur auf der Insel Hainan im Südchinesischen Meer vor. Wie bei allen Schopfgibbons (Gattung Nomascus) sind erwachsene Männchen schwarz, Weibchen dagegen gelblich gefärbt. Mehr als 99% des Lebensraumes dieser Art sind zerstört. Im Nationalen Naturreservat von Bawangling leben die letzten Tiere, und zwar etwa als 25 Individuen. Dieser Gibbon ist damit die seltenste Affenart der Welt.


Cao-Vit-Schopfgibbon (Nomascus nasutus)

Der Cao-Vit-Schopfgibbon kommt nur noch in einem einzigen Waldgebiet vor, das sich von Nordostvietnam (Provinz Cao Bang) ins benachbarte China (Provinz Guangxi) erstreckt. Mehr als 99% seines Lebensraumes sind zerstört. Im letzten verbleibenden Waldgebiet leben etwa 100 Individuen. Dieser Gibbon ist damit die zweit-seltenste Affenart der Welt.

Schwarzer Schopfgibbon (Nomascus concolor)

Der Schwarze Schopfgibbon kommt in Südwestchina, Nordwestlaos und Nordvietnam vor. Es bestehen nur noch wenige Restpopulationen in diesen Gebieten. Insgesamt leben noch etwa 1'300-2'000 Tiere. Der Westliche Schwarze Schopfgibbon ist kritisch vom Aussterben bedroht.

Nördlicher Weisswangen-Schopfgibbon (Nomascus leucogneys)

Der Nördliche Weisswangen-Schopfgibbons ist im Norden von Vietnam und Laos verbreitet, sowie ursprünglich noch im im südlichsten Teil der chinesischen Provinz Yunnan, wo er aber um das Jahr 2000 ausgerottet wurde. Obwohl keine Bestandeszahlen dieser Art bekannt sind, verschwindet die Art zusehends von den bekannten Orten ihres Vorkommens und ist kritisch vom Aussterben bedroht.


Silbergibbon (Hylobates moloch)

Der Silbergibbon kommt nur auf der indonesischen Insel Java vor. 98% seines ursprünglichen Lebensraumes sind bereits zerstört. Es bestehen nur noch wenige Restwälder im Westen und im Zentrum der Insel. Je nach Schätzung existieren noch etwa 4'000 bis 4'500 Individuen. Der Silbergibbon ist vom Aussterben bedroht.

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